Inhalt

Die Mitwirkenden:

  • Friedrich (Karl Franz) Hecker, Revolutionär
  • seine Frau
  • von Gagern, General
  • Anna, seine Tochter
  • Karl, junger Hecker-Anhänger, später Freund von Anna
  • Elisabeth, junge Frau, Freundin von Anna
  • Josef, junger Mann, später Freund von Annas Freundin Elisabeth
  • Struve, Revolutionär und Mitstreiter von Hecker
  • Marketenderin
  • Drei Polizisten
  • Großherzog Leopold von Baden
  • Volk, Soldaten

1. Akt

Nach der Ouvertüre befinden wir uns im Dienstzimmer des Generals von Gagern in Karlsruhe. Der General und seine Tochter Anna befinden sich im Gespräch. Anna reist in die Ferien an den Bodensee nach Konstanz und verabschiedet sich von ihrem Vater, dem dies gar nicht recht ist und der darauf besteht, dass ihre Freundin Elisabeth als „Anstandsdame“ mitreist.

Konstanz. Karl betritt die Szene. Mit dabei sein Freund Josef von ihm. Sie sind sehr aufgekratzt, lustig, angeheitert. Auf der Bühne sind schon die Marketenderin, Anna und ihre Freundin sowie viel Volk zu sehen.

Plötzlich kommt Unruhe im Volk auf, Hecker-Rufe erschallen. Hecker betritt die Bühne, richtet eine Rede an das Volk, die begeistert aufgenommen wird. Hecker wird auf den Händen davon getragen, Volk geht mit ihm ab. Zurück bleiben Anna, Elisabeth, Karl und Josef. Karl ist sehr begeistert von dem Auftritt Heckers.

Drei Polizisten betreten die Bühne, befragen die vier jungen Leute warum sie sich hier aufhalten, und Anna erklärt, dass man schließlich verlobt sei und nur ganz zufällig bei einem Spaziergang in die Heckerversammlung geraten sei. Die Polizisten wollen die vier verhaften, singen zuvor aber einen Song, in dem sie klar machen, dass sie die Staatsmacht vertreten und nichts an der bestehenden Ordnung rütteln kann, solange sie für die Einhaltung dieser Ordnung zuständig sind. Derweil gelingt es den vier jungen Leuten zu fliehen.

Bauernstube des Ehepaars Hecker. Hecker ist alleine mit seiner Frau. Sie versucht, ihn von seinem revolutionären Tun abzubringen, doch er erklärt, dass er diesen Weg gehen muss und berichtet stichwortartig von seinem bisherigen revolutionären Leben.

Es klopft an der Tür. Karl kommt, und erklärt, dass er sich in die revolutionären Dienste von Hecker stellen will. Hecker nimmt ihn auf. Heckers Mitstreiter Struve kommt dazu. Es kommt zu einer herzlichen Begrüßung der beiden Revolutionäre. Sie entwerfen Schlachtpläne und planen den Heckerzug von Konstanz aus. Die vier singen ein kämpferisch-revolutionäres Lied.

Im Wald. Anna, Karl, Elisabeth und Josef sind bei einem Spaziergang. Die Paare laufen in einem größeren Abstand. Karl schwärmt von den revolutionären Ideen. Anna weicht ihm aus, als er sie nach ihrer Herkunft fragt. Anna und Karl gestehen sich ihre innige Liebe. Josef und Elisabeth bilden den erotischen Gegensatz und verschwinden im Gebüsch, während die Herzen von Karl und Anna sich in einem Liebesduett vereinen. Alle vier ab, Kurzauftritt der drei Polizsten, welche die beiden Paare immer wieder verfolgen und beobachten.

Dienstzimemr des Generals von Gagern. Von Gagern erhält einen Brief. Dieser klärt von Gagern darüber auf, dass Hecker in Konstanz die Republik ausgerufen hat. Entsetzen bei von Gagern. Seine Tochter befindet sich in Konstanz. Von Gagern erhält den Auftrag, für Ordnung zu sorgen, notfalls mit Truppen des Bundes. Solo von von Gagern.

Anna und Karl bei eine Stelldichein. Karl erklärt Anna, dass er sich den Revolutionstruppen angeschlossen hat und die Ideen Heckers auch mit der Waffe umsetzen will. Anna im Gewissenskonflikt, schließlich ist ihr Vater, General von Gagern, der Gegner Heckers. Sie will Karl davon abhalten, sich den Truppen anzuschließen. Es kommt zum Streit zwischen den beiden. Karl stürmt davon, und erklärt Anna, dass er sie zwar liebt, es aber Ideen und Ideale gibt, denen man folgen muss. Anna beklagt in einem Song ihre innere Zerrissenheit. Am Ende stellt sie fest, dass sie sich im Streit von Karl getrennt hat. Was ist, wenn ihr Liebster im Kampf fällt? Das Letzte, was sie gesprochen haben, war im Streit gesprochen. Sie eilt ihm nach.

Heerlager der Revolutionstruppen. Es geht recht lustig zu, alle sind guter Dinge, nur Hecker wirkt nachdenklich, als er zwischen seinen Leuten hindurch geht. Auch Karl und Josef sind dabei. Eine Marketenderin bietet ihre Waren an und singt. Tanzszene, Trinkgelage etc. Die Marketenderin singt ein Lied.

 
Morgengrauen, wieder Heerlager und Revolutionstruppen. Alles schläft. Nur die drei Polizisten nicht. Sie beobachten das Heerlager. Das Heerlager erwacht, macht sich zum Abmarsch bereit und zieht los. Marschmusik ertönt.

Karl und Josef bleiben zurück. Karl wirkt sehr nachdenklich und beklagt, dass er sich im Streit von Anna getrennt hat. Karl singt eine Ballade, in welcher er die Liebe zu Anna beschwört. Josef tröstet ihn. Während der Ballade gehen beide durch das Publikum ab.

Pause

2. Akt

Die Heckertruppen marschieren ein. Sie singen einen Gospel.

Vor der Schlacht. Es treffen von Gagern und Hecker aufeinander, nachdem die beiden Armeen einmarschiert sind. Es folgt ein Wortwechsel. Danach wird scharf geschossen. Von Gagern fällt.

Der Morgen danach. Instrumentalmusik.
Hecker besichtigt das Schlachtfeld, von Gagern liegt von einer Kugel tödlich getroffen im Sterben. Ein letztes Aufeinandertreffen der beiden Gegner. Von Gagern und Hecker unterhalten sich. Von Gagern erklärt, dass Hecker wohl nicht anders handeln konnte. Anna kommt hinzu, nimmt ihren sterbenden Vater in den Arm, sieht Hecker und verflucht ihn. Von Gagern erklärt seiner Tochter, dass eine neue Zeit anbrechen wird, die alte Ordnung in ihren Grundfesten erschüttert ist und fordert sie auf, sich dieser neuen Zeit nicht entgegen zu stellen, wie er es seiner Position wegen tun musste. Anna muss ihm dies versprechen. Mit Anna vollzieht sich eine Wandlung, denn im Grunde ist sie durch ihr Zusammensein mit Karl schon längst von den neuen Ideen infiziert. Von Gagern stirbt in Annas Armen. Hecker und Anna stehen sich (noch) unversöhnlich gegenüber. Hecker ab. Anna verzweifelt. Aus dem Hintergrund taucht Karl verwundet auf. Sie stürmen aufeinander zu, nehmen sich in den Arm.

Die drei Polizisten tauchen auf, wollen Karl als Revolutionär gefangen nehmen. Erneut ein kurzes Songzitat von ihnen, in dem sie sich als Helden darstellen, die wesentlich zum Scheitern des Aufstands beigetragen haben. Als Karl verhaftet werden soll, tritt Anna dazwischen, gibt sich als Tochter von Gagerns zu erkennen und verweist die drei Polizisten vom Schlachtfeld. Karl ist erst bestürzt darüber, dass Anna die Tochter von Gagerns ist, doch am Ende siegt die Liebe der beiden, die ideologische Grenzen überwindet. In einem Duett beschwören die beiden ihre Liebe.

Aus dem Hintergrund kommen Elisabeth und Josef. Sie erklären, dass Hecker in die Schweiz fliehen will, um so den badischen Häschern zu entgehen. In  Straßburg will er sich später von seinen Anhängern verabschieden und nach Amerika gehen. Anna wendet sich noch einmal ihrem toten Vater zu. Spricht von seinem letzten Willen, dass sie sich der neuen Zeit nicht wie er entgegenstellen soll.

20. September 1848. Straßburg. Tausende verabschieden Hecker, der von Le Havre aus nach Amerika übersiedeln wird. Noch einmal richtet Hecker sich an das Volk, erklärt, dass es sich lohnt, für die Freiheit zu kämpfen, die einem nicht geschenkt wird. Und dass es Generationen dauern kann, bis diese Freiheit im ganzen Land errungen ist. Fetziger Rocksong zum Schluss, mit allen Beteiligten auf der Bühne. Selbst die drei Polizisten mischen sich verschämt unter das tanzende Volk.